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Rundschreiben Januar 2010 |
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15.01.2010 Berlin und Port-au-Prince
Liebe Interessenten, Paten, Spender und Freunde unserer Arbeit in Haiti!
Allen unseren Paten, Spendern und Freunden unserer Arbeit in Haiti wünschen wir ein schönes, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr
Wieder gestaltet sich der Ausblick auf das Neue Jahr schwer. Wird sich die Krise bei uns auswirken, war sie bereits bei uns? Was wird mit Haiti und seinen Menschen?
Viele offene Fragen – doch zunächst etwas in eigener Sache:
Das Team von HaitiCare in Deutschland ist schwer erkältet mit hartnäckigem Fieber, Husten, Schnupfen und all diesen unschönen Dingen, auf die man wirklich gern verzichten kann. Deshalb ist die Ausstellung der Spendenbescheinigungen ins Stocken geraten, was uns sehr leid tut. In den nächsten Tagen werden wir mit der Versendung beginnen. Sollten einige von Ihnen sehr dringend die Bescheinigung benötigen, bitten wir Sie um eine kurze Nachricht, damit wir Sie vorziehen können.
Unbekannte Spender: Wir freuen uns sehr über jeden neuen Spender. Nur würden wir auch gern für diese Spende eine Spendenbescheinigung ausstellen. Das funktioniert aber nur, wenn uns die komplette Adresse vorliegt. Deshalb unsere Bitte: sollten Sie bis zum 31. Januar von uns keine Bescheinigung erhalten, obwohl Sie gespendet haben, bitten wir um kurze Meldung, damit wir Ihre Spende zuordnen und eine Spendenbescheinigung ausstellen können.
Lassen Sie uns nun gemeinsam ein spannendes Spendenjahr betrachten:
Das 1. Quartal beginnt erwartungsgemäß ruhig. Wir können noch nicht einschätzen, wie sich die Spenden im Jahr 2009 entwickeln werden. Sorge haben wir aber schon. Unsere Schule startet wie geplant in das neue noch unbekannte Jahr. Die Sicherheitslage verbessert sich weiter. Aufgrund einer Fürsprache eines unserer Projektpartner erhalten wir eine Zusage über eine Sonderspende zur Errichtung eines Schul-Neubaues. Unsere Erweiterungspläne, die wir 2008 begraben mussten, erwachen wieder zu neuem Leben. Ende Februar beginnen die Bauarbeiten mit dem ersten Spatenstich nach unserer großen Karnevalsfeier. Ein Container mit vielen Hilfsgütern für unsere Schule und für die Menschen in unserer Gegend schwimmt von Bremen nach Haiti. Eine Hilfsorganisation stellt uns Wasser-Filtersysteme zur Verfügung, so dass wir nun ständig über sauberes Trinkwasser verfügen. Trotz unseres Angebotes diese wertvollen Kontakte an andere kleine Hilfsorganisationen weiterzuleiten, springt niemand auf dieses kostenlose Projekt auf – unverständliche für uns, schade für die anderen.
Das 2. Quartal: Der Neubau macht erstaunliche Fortschritte, birgt aber gleichzeitig viele Probleme: Wegen der schmalen Straßen kann man nicht mit einem PKW und schon gar nicht mit einem Lastwagen unsere Schule erreichen. Das bedeutet, dass jeder Sack Zement, jeder Stein, jede Gallone Wasser, jedes Brett usw. über lange Strecken per Hand, zu Fuß auf das Schulgelände getragen werden muss. Das bringt jedoch Vorteile für die Gegend, denn wir benötigen Hilfskräfte, die wir bezahlen müssen. So kommen viele fleißige Menschen zu einem kleinen Einkommen. Väter, Onkel und große Brüder bauen „Ihre“ Schule für „Ihre“ Kinder. Das führt zu einer wunderbaren Stimmung in unserer Gegend um die Schule. Sorgen bereitet der Container, von dem wir fürchten, dass er im Zollhafen von Port-au-Prince versauert. Sorgen bereiten die Spendeneingänge, die rückläufig sind. Auch der starke US Dollar lässt die schon schwachen Spendenergebnisse noch mehr zusammen schmelzen.
Am 15. Juni – noch vor der großen Graduationsfeier – vermelden wir die Fertigstellung unsers Neubaues. Natacha hat es in vier Monaten geschafft die Bauarbeiten erfolgreich zu koordinieren. Eine völlig untypische Haitianische Leistung, die auch in Deutschland Bewunderung hervorgerufen hat. Mit den richtigen Partnern ist in Haiti vieles möglich!
Unser Fest für Haiti findet wieder am letzten Samstag im Juni in Berlin statt und führt viele liebe Menschen bei bestem Wetter zusammen. Trotz guter Ergebnisse zum Fest für Haiti ist der Spendeneinbruch inzwischen dramatisch. Die UN-Sonderbeauftragten rufen zur Hilfe für Haiti auf. Haiti ist inzwischen sicher, aber die bittere Not bleibt! Nur die Weltgemeinschaft kann den Menschen die Möglichkeiten geben für sich selbst zu sorgen! Wir kämpfen seit Jahren dafür. ABER: wer hilft uns kleinen Organisationen bei der Verwirklichung unserer erfolgreichen Konzepte auf größerer Basis?
Das 3. Quartal: Der Container ist nun frei. Die Änderung der Gesetze in Haiti – von denen niemand etwas wusste – hatte zu den Verzögerungen geführt. Das Sammeln von Brillen wird fortgesetzt als Aufforderung für unsere Paten und Spender! Unsere Kinder haben Ferien, aber die Hilfe für die bedürftigsten Familien geht weiter, wenn auch in kleinerem Rahmen. Das alljährliche Sommercamp findet für die Kinder am Meer statt, die es am nötigsten haben. Die anderen Kinder genießen das Sommercamp-Programm in der Schule.
Wir – Barbara und Michael Kaasch – planen unsere dreieinhalb wöchige (natürlich selbst finanzierte) Projektreise nach Haiti, um ein Bild über die Fortschritte zu erlangen, mit den Lehrern in Seminaren zu arbeiten, unsere Projekte voran zu bringen, unser neues Waisenhaus einzurichten und an der fünfjährigen Jubiläumsfeier von MEVA - unseren Projekten – teilzunehmen. Wir dürfen den aus der Sonderspende finanzierten schönen Neubau bewundern, und wir begrüßen eine Vierergruppe der Spender, die uns diesen schönen Bau ermöglicht haben. Einigen aus der Gruppe, die Haiti das erste Mal besuchen, sehen wir das blanke Entsetzen über die Lebensumstände der Menschen in ihren Gesichtern an. Wir haben uns daran bereits gewöhnt, arbeiten wir doch seit nun 25 Jahren für die Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in Haiti. Die Leute in unserer Gegend kennen und schätzen uns, nicht nur wegen unserer Hilfe nach den vier dramatischen Hurricanes 2008 sondern auch wegen der positiven Entwicklung der Gegend durch die Arbeit, die Natacha mit ihrem engagierten Team dort leistet. Dank und Herzen der Menschen fliegen uns zu – und wir geben diese Dankbarkeit gern an unsere Paten und Spender weiter. Mit der Rückkehr nach Deutschland am 10. Oktober befinden wir uns bereits schon im
4. Quartal: Die Realität bringt uns hart nach Deutschland zurück. Wir haben nun die 6. Klasse eingerichtet sind mit zweihundert Kindern am Start, verfügen über ein komplettes kleines Waisenhaus für Kinder ohne jegliche Chancen – und wir überlegen, wie wir alle Aufgaben finanzieren können. Wir stehen vor neuen Herausforderungen mit der Einrichtung unser Oberschule im kommenden Jahr und der Spendeneingang liegt erschreckende 42 % unter dem des Vorjahres – eine dramatische Situation in der wir überlegen, ob wir in den kommenden zwei Monaten die festen Kosten überhaupt bedienen können?
Bis Ende November tut sich auf dem Spendenkonto NICHTS! Offensichtlich haben wir aber mit Ihnen in dieser Form NICHT gerechnet. Der Dezember zeigt, dass wir viele Freunde und Förderer haben. Der Dezember zeigt auch, dass unsere Paten und Spender uns weiterhin gern empfehlen und uns neue Paten und Spender bringen! Der Dezember ist einfach überwältigend!
Wir haben die Vorjahreszahlen (ohne Sonderspende wegen der Vergleichbarkeit) nicht erreicht. ABER: unsere Paten haben uns mit einer Steigerung von 5 % herausgerissen! Die privaten Spenden blieben mit 36 % gleich, die Firmenspenden sanken um 3 %. Der Monat Dezember war wieder einmal der beste Spendenmonat eines sehr, sehr schweren Jahres.
Fazit: Sie, liebe Paten und Spender haben nicht nur wieder mitgezogen, Sie haben uns gerettet! Durch Sie konnten wir die Verluste bei Spendern und Paten durch neue Spender und Paten ausgleichen. Wir erzielten kein Rekordergebnis, aber angesichts der Wirtschaftslage ist Ihr Ergebnis beachtenswert! Wir sind voller Dankbarkeit – hier und speziell in Haiti!
Klar ist: wir dürfen nicht aufhören. Aber wir haben ja Sie – und auf Sie können wir uns verlassen! Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Treue und hoffen, dass Sie uns 2010 ebenfalls die Treue halten. Danke an Sie alle für Hoffnung und Zuversicht als Geschenk! Wir verbleiben mit herzlichen Grüßen
Michael und Barbara Kaasch, sowie Natacha - Vorstand von HaitiCare e.V.
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