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Rundschreiben 17. Januar 2010 |
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17.01.2010 Berlin und Port-au-Prince
Liebe Interessenten, Paten, Spender und Freunde unserer Arbeit in Haiti!
In eigener Sache:
In unserem gestrigen Rundschreiben hatten wir einen Fehler, den ich hier gern korrigieren möchte:
Fernsehtermin – bitte notieren:
Ich werde am Montag, 18. Januar um 22:45 Uhr live im ARD bei Beckmann über die Situation in Haiti sprechen.
Mit Natacha haben wir heute mehrmals sprechen können, um die Situation abzuklären. Sie hat ihre sieben Kinder in Kliniken in Santo Domingo untergebracht. Alle Kinder aus dem Waisenhaus befinden sich in Santo Domingo. Natacha befindet sich zur Stunde mit einem Auto voller Lebensmittel, Wasser und Medikamenten auf dem nicht ungefährlichen Weg zurück nach Port-au-Prince.
Was wir von Natacha erfahren konnten werden wir hier kurz schildern:
Die Dominikanische Republik ist ein extrem befremdlicher Staat!
Klar, Natacha hatte weder Reisepässe noch ein Visum für ihre verletzten Kinder. Dazu muss man wissen, dass sich die DomRep abschottet und Haitianer nur mit Reisepass und Visum ins Land lässt, was für die armen Menschen geradezu unerschwinglich ist.
Die Grenzer der DomRep verlangen vonden einreisewilligen Menschen aus Haiti Geld. Für sich, ihre Begleiter und die verletzten Kinder hat Natacha 1200 US Dollar zahlen müssen! Der Grenzbereich ist voll von Menschen, die die verlangten Summen nicht erbringen können.
Das ist ekelhaft und widerwärtig. Die Dominikanische Republik sollte vor die Internationale Gemeinschaft gezerrt und das unmögliche Verhalten der Grenzer erklären!
Noch ein Vorfall:
Natürlich habe ich Natacha Geld für die Soforthilfe per Western Union geschickt. Mit Western Union hatten wir nie Probleme. Wohl aber in Santo Domingo. Natacha wollte das Geld abheben und man teilte ihr mit, dass die Auszahlungssumme zu hoch sei. Nach einigen Argumenten – zu Glück spricht Natacha auch spanisch – wollten sie wissen WOZU das Geld benötigt würde. Geht’s denn noch, bitte??????
Natacha rief mich an, gab mir eine Rufnummer der Zentrale von Western Union in Santo Domingo. Ich stieß auf eine Warteschleife mit knackiger Marschmusik und spanischen Ansagen, bis ich endlich bedient wurde. Es dauerte, bis ich einen Menschen bekam, der ein verständliches Englisch von sich in der Lage zu geben war.
Die Arroganz, die an den Tag gelegt wurde, veranlasste mich – was ich selten tue – zu brüllen. Wozu ich das Geld schicke….????? Sorry Ihr Knallknöpfe, könnte es sein, das ein Verein der HaitiCare heißt, Geld zur Nothilfe schickt? Achtundzwanzig Minuten ließ man mich in der Warteschleife warten, um mir dann huldvoll mitzuteilen, dass man „ausnahmsweise“ das Geld auszahlen werde.
Dieses Land werde ich nie betreten. Ein Land, das sich auf dem Rücken der Not leidenden Haitianer bereichert, gehört in die moralische Mülltonne!
Wir werden die Botschafter, das Auswärtige Amt und die Geschäftsleitung von Western Union über die Vorfälle informieren.
Zurück zu Natacha und den Informationen von ihr:
Gebäude:
Waisenhaus: wir werden das Waisenhaus aufgeben müssen. Es steht zwar noch, jedoch sind die Schäden so stark, dass wir unsere Kinder dort nicht wohnen lassen können. Wir haben dort einen Mietvertrag, der nicht verlängert werden wird.
Unsere Waisenhauskinder befinden sich in Santo Domingo, wie auch unsere großen Mädels, die sich auf das Abitur und das Studium vorbereiten. Diese Kinder werden wir unterbringen und in Schulen schicken, bis sich die Situation in Haiti verbessert hat. Das wird uns viel Geld kosten.
Hauptgebäude der Schule: Es ist so angeschlagen, dass es niemand mehr betreten darf. Wir sind nicht mal in der Lage, den Generator in Betrieb zu nehmen, weil der Untergrund so wackelig ist, dass ein Betreten des Generatorraumes gefährlich ist.
Natacha wird sich erneut vor ihrem Grenzübertritt melden. Ich hoffe, dass ich morgen – wenn sie in Port-au-Prince angekommen ist – Kontakt aufnehmen kann.
Solidarität mit Haiti:
Viele Menschen bitten uns um ein Patenkind. Das finden wir schön. Allerdings müssen wir um Geduld bitten, weil wir uns erst ein Bild verschaffen müssen, welche Kinder noch bei uns sind. Das wird ein wenig dauern.
UNSERE NATACHA VOR ORT IST STARK – STÄRKER ALS WIR JEMALS VERMUTETEN, OBWOHL WIR SIE SEIT FÜNFUNDZWANZIG JAHREN GUT KENNEN. WIR MÜSSEN SIE NUN IN DIE LAGE VERSETZEN, DASS SIE IN UNSERER GEGEND HELFEN KANN!
SOFORTHILFE IST – DANK NATACHA – AUF DEM WEG NACH PORT-AU-PRINCE. DIESER WEG IST INZWISCHEN BRANDGEFÄHRLICH. WIR HOFFEN, DASS WIR BALD NACHRICHT ÜBER IHRE ANKUNFT ERHALTEN WERDEN. SIE KANN DANN MORGEN MIT IHRER SOFORTHILFE STARTEN!
BITTE SPRECHEN SIE ÜBER HAITICARE UND ÜBER DAS, WAS WIR DERZEIT BEWEGEN. WIR SIND SO GLÜCKLICH ÜBER NEUE PATEN UND SPENDER, UND WIR WISSEN, DASS WIR MIT IHRER HILFE VIEL BEWEGEN DÜRFEN.
DRÜCKEN SIE MIT UNS DIE DAUMEN – BETEN SIE, WENN SIE WOLLEN UND KÖNNEN, DASS NATACHA HEIL UND UNVERSEHRT MIT IHREN HILFSGÜTERN PORT-AU-PRINCE ERREICHT.
WIR MELDEN UNS MORGEN WIEDER BEI IHNEN…..
SPENDEN SIE BITTE AUF DAS UNTEN STEHENDE KONTO MIT DEM STICHWORT:
„ ERDBEBEN-SOFORTHILFE FÜR HAITI“
Ihre Spendengelder fließen bereits – und die Möglichkeit weiterer Überweisungen von Spenden muss bitte – Dank Ihrer Spenden – sichergestellt werden.
Ihre Spenden gelangen zu hundert Prozent zu den Bedürftigen. Wir von HaitiCare e.V. arbeiten ehrenamtlich. Und wir als Gründer zahlen sämtliche Verwaltungskosten aus eigener Tasche. Das funktioniert, weil wir klein – aber effektiv arbeiten können!
Wir halten sie auf dem Laufenden und wir bitten Sie sehr uns zu helfen. Wir werden Ihnen Neuigkeiten von Natacha sofort berichten.
Danke für Ihre Hilfe und
herzliche Grüße von Natacha aus Haiti und
von Michael, Barbara Kaasch und dem Rest unserer Familie
P.S.: letzte Meldung: Natacha wird am Grenzort übernachten, weil die Reise in der Nacht zu gefährlich ist.
Wir melden uns erneut mit Neuigkeiten aus Haiti. Bis bald
Michael und Barbara Kaasch, sowie Natacha - Vorstand von HaitiCare e.V.
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